[03.11.2026] Radi­ka­le Demo­kra­tie und die Macht des Affek­ti­ven

Lie­be Freund*innen der Karl Marx Buch­handlung,

wir laden euch herz­lich zur Buch­prä­sen­ta­ti­on von »Radi­ka­le Demo­kra­tie und die Macht des Affek­ti­ven« von Domi­nik Herold ein. Im Gespräch mit Katha­ri­na Hop­pe und Ivo Eich­horn stellt der Autor sein im Cam­pus Ver­lag erschie­ne­nes Buch vor.

Auto­ri­tä­re und faschis­ti­sche Kräf­te bedro­hen demo­kra­ti­sche Ord­nun­gen welt­weit. Dabei gelingt es ihnen in beson­de­rem Maße, Affek­te stra­te­gisch für ihre poli­ti­schen Zwe­cke zu mobi­li­sie­ren und dau­er­haft zu bewirt­schaf­ten. Der Kampf um die Demo­kra­tie ist des­halb, so die The­se, ein Kampf, der mit Affek­ten um Affek­te geführt wird.

In sei­nem Buch zeigt Domi­nik Herold, dass Affek­te weder als bloß irra­tio­na­le und indi­vi­du­el­le Regun­gen noch als grund­sätz­lich gute oder schlech­te Kräf­te ver­stan­den wer­den kön­nen. Sie sind viel­mehr poli­tisch wirk­sam: Sie ver­bin­den Men­schen auf spe­zi­fisch Wei­se, struk­tu­rie­ren Wahr­neh­mun­gen und Zuge­hö­rig­kei­ten, kon­sti­tu­ie­ren Kör­per­ge­fü­ge. Auf die­se Wei­se kön­nen sie, wie am Bei­spiel von Scham und Wut erklärt wird, sowohl zur Sta­bi­li­sie­rung von Herr­schaft als auch zu ihrer Infra­ge­stel­lung bei­tra­gen.

Der Kampf gegen die Faschi­sie­rung und für eine radi­ka­le Form der Demo­kra­tie erfor­dert daher ein genaue­res Ver­ständ­nis der affek­ti­ven Dimen­si­on des Poli­ti­schen. Demo­kra­tie lässt sich nicht allein als Insti­tu­tio­nen­ord­nung oder Ver­fah­ren begrei­fen, son­dern muss als kör­per­lich-rela­tio­na­le Lebens­form ver­stan­den wer­den, die auf lei­den­schaft­li­chen Ver­haf­tun­gen und psy­cho­po­li­ti­schen Pro­zes­se beruht. Die­se Lebens­form ist aber nicht eine unter ande­rem: hier ste­hen die Sub­jek­te (oder Kör­per) in einem spe­zi­fi­schen Ver­hält­nis zuein­an­der, »in der sie sich anders oder bes­ser als in auto­ri­tä­ren Kon­stel­la­tio­nen ihrer Hand­lungs­macht, agen­cy oder Vita­li­tät ver­si­chern kön­nen.«

Was folgt dar­aus für die poli­ti­sche Pra­xis? Wel­che Affekt­po­li­ti­ken und Kör­per­öko­no­mien sind momen­tan am Werk? Und wie las­sen sich dar­in Res­sour­cen für eine radi­kal­de­mo­kra­ti­sche Zukunft und die Vor­stel­lung einer affek­ti­ven Demo­kra­tie fin­den? Über die­se Fra­gen dis­ku­tie­ren Katha­ri­na Hop­pe und Ivo Eich­horn mit Domi­nik Herold.

Domi­nik Herold ist wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter am Cent­re for Social Cri­tique. Sei­ne For­schungs­schwer­punk­te lie­gen im Bereich zeit­ge­nös­si­scher kri­ti­scher Theo­rien, der kri­ti­schen Phä­no­me­no­lo­gie sowie der Psy­cho­ana­ly­se. Ins­be­son­de­re inter­es­siert er sich für sozi­al­phi­lo­so­phi­sche Phä­no­me­ne affek­ti­ver Ver­haf­tung (Melan­cho­lie, Heim­su­chung, grau­sa­mer Opti­mis­mus etc.) und deren Öko­no­mi­sie­rung durch poli­ti­sche Kräf­te.

Katha­ri­na Hop­pe ist Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin am Insti­tut für Sozio­lo­gie, Arbeits­be­reich »Sozia­le Ungleich­heit« der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt. Sie forscht zu Fra­gen der femi­nis­ti­schen und poli­ti­schen Theo­rie, der Sozi­al­theo­rie sowie der femi­nis­ti­schen Wis­sen­schafts­kri­tik.

Ivo Eich­horn ist Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter der Pro­fes­sur für Sozi­al­phi­lo­so­phie an der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt am Main. Er arbei­tet zur Poli­tik der Gegen­wart und der frü­hen Neu­zeit, Ideo­lo­gie­theo­rie, kri­ti­schen Ras­sis­mus­theo­rie, (Post-)Marxismus, Demo­kra­tie­theo­rie, Ästhe­tik und Anthro­po­lo­gie.

Am Diens­tag, den 3. Novem­ber 2026, 20.00 Uhr fin­det die Buch­prä­sen­ta­ti­on mit anschlie­ßen­dem Gespräch in der Karl Marx Buch­handlung, Jor­dan­stra­ße 11, 60486 Frank­furt am Main statt.

Der Ein­tritt ist — wie immer — frei.

[24.06.2026] Die demo­kra­ti­sche Fra­ge

ACH­TUNG – RAUM­ÄN­DE­RUNG: Auf­grund der hohen Tem­pe­ra­tu­ren wird die Ver­an­stal­tung in den Sit­zungs­saal des Insti­tuts für Sozi­al­for­schung ver­legt.

Lie­be Freund*innen der Karl Marx Buch­handlung,

wir laden euch herz­lich zur Buch­prä­sen­ta­ti­on der Neu­aus­ga­be von »Die demo­kra­ti­sche Fra­ge« ein, die die­ses Jahr in der Rei­he »Schrif­ten« des Insti­tuts für Sozi­al­for­schung bei Cam­pus erschien. Die Ver­an­stal­tung ist eine Koope­ra­ti­on mit dem Insti­tut für Sozi­al­for­schung.

Die Erfah­run­gen auto­no­mer Zivil­ge­sell­schaf­ten im Osten wie im Wes­ten Euro­pas, aber auch dar­über hin­aus, präg­ten die 1989 ver­öf­fent­lich­te Ori­gi­nal­aus­ga­be die­ses damals viel­dis­ku­tier­ten Essays. Vor dem Hin­ter­grund der Aktio­nen von Dissident:innen gegen die Regime des ›real exis­tie­ren­den Sozia­lis­mus‹ und der Pro­tes­te der ›Neu­en Sozia­len Bewe­gun­gen‹ in den euro­päi­schen Staa­ten führ­ten die Autoren sei­ner­zeit die Theo­rien von Han­nah Are­ndt, Cor­ne­li­us Cas­to­ria­dis, Mar­cel Gau­chet und Clau­de Lefort in die Debat­ten um par­la­men­ta­ri­sche Demo­kra­tie und alter­na­ti­ve Poli­tik­for­men ein. Die zeit­his­to­ri­sche Kon­tro­ver­se zwi­schen ›Real­po­li­tik‹ und ›Fun­da­men­tal­op­po­si­ti­on‹ mag inzwi­schen so nicht mehr bezeich­net wer­den, hat aber gleich­wohl an Bri­sanz nicht ver­lo­ren. Die neue Per­spek­ti­ve, die zur ›Wen­de­zeit‹ mit den Kon­zep­ten öffent­li­cher Frei­heit und des sym­bo­li­schen Dis­po­si­tivs der Demo­kra­tie begrün­det wur­de, ist – wie Gün­ter Fran­ken­berg in der Ein­lei­tung zur Neu­auf­la­ge aus­führt – im Zei­chen der ›Zei­ten­wen­de‹ nach wie vor aktu­ell. Das gilt auch für die im Mit­tel­punkt ste­hen­de Vor­stel­lung von Demo­kra­tie als his­to­risch offe­nes und not­wen­dig ris­kan­tes Pro­jekt gesell­schaft­li­cher Selbst­re­gie­rung. Die Risi­ken des­sel­ben tre­ten nicht zuletzt im Vor­drin­gen auto­ri­tä­rer Regime, Bewe­gun­gen und Ein­stel­lun­gen zuta­ge – was die demo­kra­ti­sche Fra­ge gera­de heu­te wie­der auf die Tages­ord­nung setzt.

Im Gespräch mit Sami­ra Akba­ri­an und Ste­phan Les­se­nich stellt Gün­ter Fran­ken­berg die The­sen aus der Publi­ka­ti­on zur Dis­kus­si­on.

Gün­ter Fran­ken­berg ist Seni­or­pro­fes­sor für Öffent­li­ches Recht, Rechts­phi­lo­so­phie und Rechts­ver­glei­chung an der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt a. M.

Sami­ra Akba­ri­an ist wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin am Lehr­stuhl für Öffent­li­ches Recht und Rechts­phi­lo­so­phie an der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt a. M.

Ste­phan Les­se­nich ist Pro­fes­sor für Gesell­schafts­theo­rie und Sozi­al­for­schung an der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt a. M. und Direk­tor des Insti­tuts für Sozi­al­for­schung.

Am Mitt­woch, den 24. Juni 2026, 20.00 Uhr fin­det die Buch­prä­sen­ta­ti­on mit anschlie­ßen­dem Gespräch im Sit­zungs­saal des Insti­tuts für Sozi­al­for­schung, Sen­cken­berg­an­la­ge 26, 60325 Frank­furt am Main (Raum­än­de­rung!) statt.

Der Ein­tritt ist — wie immer — frei.