
















ACHTUNG – RAUMÄNDERUNG: Aufgrund der hohen Temperaturen wird die Veranstaltung in den Sitzungssaal des Instituts für Sozialforschung verlegt.
Liebe Freund*innen der Karl Marx Buchhandlung,
wir laden euch herzlich zur Buchpräsentation der Neuausgabe von »Die demokratische Frage« ein, die dieses Jahr in der Reihe »Schriften« des Instituts für Sozialforschung bei Campus erschien. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Institut für Sozialforschung.
Die Erfahrungen autonomer Zivilgesellschaften im Osten wie im Westen Europas, aber auch darüber hinaus, prägten die 1989 veröffentlichte Originalausgabe dieses damals vieldiskutierten Essays. Vor dem Hintergrund der Aktionen von Dissident:innen gegen die Regime des ›real existierenden Sozialismus‹ und der Proteste der ›Neuen Sozialen Bewegungen‹ in den europäischen Staaten führten die Autoren seinerzeit die Theorien von Hannah Arendt, Cornelius Castoriadis, Marcel Gauchet und Claude Lefort in die Debatten um parlamentarische Demokratie und alternative Politikformen ein. Die zeithistorische Kontroverse zwischen ›Realpolitik‹ und ›Fundamentalopposition‹ mag inzwischen so nicht mehr bezeichnet werden, hat aber gleichwohl an Brisanz nicht verloren. Die neue Perspektive, die zur ›Wendezeit‹ mit den Konzepten öffentlicher Freiheit und des symbolischen Dispositivs der Demokratie begründet wurde, ist – wie Günter Frankenberg in der Einleitung zur Neuauflage ausführt – im Zeichen der ›Zeitenwende‹ nach wie vor aktuell. Das gilt auch für die im Mittelpunkt stehende Vorstellung von Demokratie als historisch offenes und notwendig riskantes Projekt gesellschaftlicher Selbstregierung. Die Risiken desselben treten nicht zuletzt im Vordringen autoritärer Regime, Bewegungen und Einstellungen zutage – was die demokratische Frage gerade heute wieder auf die Tagesordnung setzt.
Im Gespräch mit Samira Akbarian und Stephan Lessenich stellt Günter Frankenberg die Thesen aus der Publikation zur Diskussion.
Günter Frankenberg ist Seniorprofessor für Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung an der Goethe-Universität Frankfurt a. M.
Samira Akbarian ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt a. M.
Stephan Lessenich ist Professor für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. und Direktor des Instituts für Sozialforschung.
Am Mittwoch, den 24. Juni 2026, 20.00 Uhr findet die Buchpräsentation mit anschließendem Gespräch im Sitzungssaal des Instituts für Sozialforschung, Senckenberganlage 26, 60325 Frankfurt am Main (Raumänderung!) statt.
Der Eintritt ist — wie immer — frei.


Liebe Freund*innen der Karl Marx Buchhandlung,
wir laden euch herzlich zur Buchpräsentation von »“bin weiblich, bin männlich, doppelt”. Queere DDR-Literatur« von Franziska Haug ein. Franziska Haug, Lukas Betzler und Jonas Haug präsentieren den Sammelband aus dem Mitteldeutschen Verlag.
Die im Band »“bin weiblich, bin männlich, doppelt”. Queere DDR-Literatur« versammelten Beiträge sind ein unvollständiger Versuch, den literarischen Spuren des Nichtidentischen in Geschlecht, Sexualität und Begehren in der Literatur der DDR nachzugehen. »Queer« beschreibt – wenn auch nachträglich – das, was in Bezug auf Geschlechterfragen in der DDR-Literatur so kostbar und interessant ist: dass sich in ihr eine Sprache der Abweichung, der Spuren und Reste für das Sexuelle, das Begehren und Geschlecht finden lässt. Eine Sprache, die noch keine festen Kategorien und Termini kennt und somit Sexualität von den nichtidentischen Rändern aus erschreibt. Queer sind die Texte auch, weil sie nicht »nur« die Geschlechtsidentität, die vergeschlechtlichen Rollen und Normen infrage stellen, sondern auch das vermeintlich gegebene Geschlecht brüchig werden lassen.
Neben den FDJ-Poetenseminaren, der Lesbenzeitschrift »frau anders« und einem Gespräch mit dem Autor Norbert Marohn beschäftigen sich die Artikel des Bandes mit den Autor:innen Irmtraud Morgner, Brigitte Reimann, Christa Wolf, Christa Reinig, Helga Königsdorf, Helga Schütz, Sarah Kirsch, Maxie Wander, Waldtraut Lewin, Christa Kożik, Norbert Marohn, Ronald M. Schernikau, Franz Fühmann und Erich Loest. Diese Liste ist unvollständig und auch nicht als Systematik Queerer DDR-Autor:innen bzw. Queerer DDR-Literatur zu verstehen. Vielmehr ist sie ein erster Vorschlag, Literatur aus der DDR unter queermaterialistischer Perspektive zu betrachten. Queer ist – das wird in allen Beiträgen deutlich – in der der hier besprochenen Literatur weniger allein ein inhaltliches Akronym für diverse Sexualitäten, Begehren und Geschlechter. Mehr noch zeigt sich Queeres ausgehend vom literarischen Material als ein ästhetisches Verfahren sowie als textuelle erotische Praxis.
Franziska Haug führt in den Band ein, Jonas Haug stellt seine Arbeit zu Brigitte Reimanns »Franziska Linkerhand« vor und Lukas Betzler spricht über homosexuelles Begehren im Werk Franz Fühmanns. Gemeinsam wollen wir das Verhältnis von Queerness und Sozialismus, Utopie und Alltag, Realismus und Phantastischem uvm. in der Literatur der DDR diskutieren. Anschließend freuen wir uns auf Austausch.
Am Mittwoch, den 15. April 2026, 20.00 Uhr findet die Buchpräsentation mit anschließendem Gespräch in der Karl Marx Buchhandlung, Jordanstraße 11, 60486 Frankfurt am Main statt.
Der Eintritt ist — wie immer — frei.